Erdogan in Brüssel: EU und Türkei müssen zurückfinden zu konstruktiver Zusammenarbeit

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Am heutigen Montag, dem 9. März 2020, trifft der türkische Präsident Erdogan EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und EU-Ratspräsident Michel.

Dr. Sergey Lagodinsky, Vorsitzender der Türkei-Delegation des Europäischen Parlaments und Mitglied der Grünen/EFA-Fraktion, kommentiert:

„Der türkische Präsident hat nur so lange ein Druckmittel, wie die EU-Regierungen sich nicht auf einen europäischen Verteilungsschlüssel einigen. Es ist höchste Zeit, für eine gerechte Verteilung der Geflüchteten zu sorgen. Die Bundesregierung muss vorangehen, sich für einen humanitären Korridor einsetzen und ein angemessenes Kontingent aufnehmen, das über die bislang zugesagte Regelung hinausgeht und effektiv Abhilfe schafft.

Die Europäische Union und die EU-Regierungen müssen alles daransetzen, die humanitäre Katastrophe in Idlib zu beenden und auf Russland einzuwirken, das mit seinen Kriegsverbrechen und seiner Unterstützung des Assad-Regimes für die Tausenden Geflüchteten in Syrien mitverantwortlich ist. Auch für Recep Tayyip Erdogan ist hoffentlich klar geworden, dass die Orientierung hin zum Kreml ein strategischer Fehler war. Türkei und EU sind voneinander abhängig und müssen zurückfinden zu einer konstruktiven Zusammenarbeit, in deren Zentrum der humanitäre Schutz der Geflüchteten, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit stehen.“

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