28. Aug. 2025
Europa darf Moldau nicht den russischen Hybridangriffen überlassen
Anlässlich des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Polens Ministerpräsident Donald Tusk in Chișinău erklärt Sergey Lagodinsky, Ko-Präsident der Parlamentarischen Versammlung Euronest und stellvertretender Vorsitzender der Grünen/EFA:

„Der Besuch ist ein starkes Signal – aber wir dürfen uns nichts vormachen: Moldau steht im Zentrum einer massiven russischen Einmischungsoperation. Stimmenkauf, gefälschte Videos und gezielte Cyberangriffe werden eingesetzt, um das Land zu destabilisieren und die bevorstehenden Wahlen zu manipulieren.
Es muss unmissverständlich bleiben: Die Zukunft Moldau liegt nicht in der Umklamerung des Kremls, sondern in der europäischen Familie. Deshalb ist unsere konkrete Unterstützung so wichtig – Demokratie schützen, die Cybersicherheit stärken und Widerstandsfähigkeit gegen hybride Angriffe aufbauen. Dazu gehören vor allem die wirtschaftliche Unterstützung und Hilfe in der sensiblen Frage der Energieversorgung, mit der Moskau Moldau erpresst. Die EU muss ihre Anstrengungen vervielfachen. Wer heute Moldau verteidigt, sichert auch die Stabilität und Sicherheit Europas von morgen.
Das Europäische Parlament hat bereits mehrmals die strategische Bedeutung Moldaus unterstrichen. Wir unterstützen die Kommission und den Rat uneingeschränkt dabei, mit derselben Dringlichkeit zu handeln – Sicherheitshilfe, Energieversorgung, Finanzierung der demokratischen Widerstandsfähigkeit und sichtbare Präsenz der EU vor Ort. Die EU ist die bessere Option für Moldau und das müssen wir jedem Bürger und jeder Bürgerin im Land vor Augen führen.“
Hintergrund:
Die Republik Moldau steht vor entscheidenden Parlamentswahlen im September 2025. Präsidentin Maia Sandu verfolgt einen klaren Westkurs: Moldau ist EU-Beitrittskandidat, Brüssel unterstützt Investitionen und Reformen. Russland hingegen versucht, mit Desinformation, Stimmenkauf und Einflussnahme – besonders in prorussischen Regionen wie Gagausien und Transnistrien – die europäische Integration zu verhindern. Die Wahl gilt als Richtungsentscheidung: Annäherung an Europa oder engere Bindung an Russland