28. Jan. 2026
Grüne legen Leitlinien für EU-Weltraumrecht vor
Der Europaabgeordnete Sergey Lagodinsky, Vize-Fraktionsvorsitzender der Grünen/EFA und seit September 2025 Verhandler der Grünen für den EU Space Act, hat heute seine Leitlinien für ein neues europäisches Weltraumgesetz vorgestellt. Ziel ist es, einen einheitlichen Rechtsrahmen für Weltraumaktivitäten in der Europäischen Union zu schaffen.
„Der Weltraum ist heute zentrale Infrastruktur für Klimabeobachtung, Kommunikation, Forschung – bald sogar für KI-Rechenzentren. Gleichzeitig wird er immer überfüllter, riskanter und anfälliger für Unfälle. Wir müssen handeln, bevor unsere kritischen Systeme gefährdet werden und bevor andere Großmächte Fakten schaffen.
Unsere Prioritäten sind Nachhaltigkeit und Entmüllung, Europarecht mit globaler Ausstrahlung und Geostrategie durch Europäisierung: Erstens brauchen wir klare Regeln für Entsorgung, Transparenz über Umlaufbahnen und die Reduktion von Umweltfolgen. Zweitens ein einheitliches europäisches Weltraumrecht, das Cybersicherheit, sicheren Betrieb und faire Wettbewerbsbedingungen festlegt und für EU- wie Drittstaatenbetreiber gleichermaßen gilt. Drittens muss die EU als geopolitischer Akteur im Weltraum gestärkt werden, eigene Standards setzen und Abhängigkeiten von ausländischen Weltraumdiensten reduzieren.
Wir stehen an einem Wendepunkt. Jetzt kann Europa zeigen, dass Weltraumtechnik verantwortungsvoll gestaltet werden kann – sicher, resilient und nachhaltig. Das ist unsere Aufgabe in den kommenden Monaten. Europa braucht eine geballte Kraft der europäischen Weltraumtechnologie, aber auch verlässliche und moderne Regeln für den Orbit. Ein gemeinsamer Rahmen ist überfällig.“
Hintergrund
Mit dem EU Space Act, der ab März 2026 im zuständigen Industrieausschuss des Europäischen Parlaments verhandelt wird, will die Europäische Union den bestehenden Flickenteppich nationaler Weltraumgesetze ablösen. Hintergrund sind das rasante Wachstum von Satellitenkonstellationen, zunehmender Weltraumschrott und bislang kaum regulierte Umweltbelastungen im Orbit.
Der Zeitplan für das Gesetz sieht den Beginn der Verhandlungen Ende März 2026, eine Ausschussabstimmung im November sowie eine mögliche Plenarabstimmung im Jahr 2027 vor. Aus einzelnen Mitgliedstaaten, darunter Deutschland und Italien, wird wiederholt Widerstand signalisiert.
Den Volltext der Leitlinie finden Sie hier: www.lagodinsky.de