30. Jan. 2026
Weltraumschrott in Omnibus-Größe rast auf Europa zu
Nachdem morgens die ersten konkreten Forderungen zum AI Omnibus bekannt wurden, könnte in wenigen Stunden Weltraumschrott in der Größe eines echten Omnibusses unkontrolliert über Europa in die Erdatmosphäre eintreten. Der Fraktionsvize der Grünen im Europäischen Parlament und ihr Chefverhandler des EU Space Acts, Sergey Lagodinsky, warnt vor den Risiken mangelnder internationaler Regeln im Weltraum.
„Dieser Fall verdeutlicht einmal mehr die bestehenden Gefahren: ein ungeordneter und überfüllter Orbit ist ein Sicherheitsrisiko für alle. Wir müssen uns auf klare Vorsorgemaßnahmen einigen, die verhindern, dass uns in Zukunft ausgediente Raketenteile oder alte Satelliten auf den Kopf fallen.
Wenn wir uns nicht darauf einigen, wer Raumfahrzeuge startet und wie sie betrieben und wieder zur Erde zurückgeführt werden, werden künftig immer mehr nicht identifizierte Objekte aus dem Himmel fallen. Ziel eines europäischen Weltraumgesetzes ist es, genau dieses Szenario zu verhindern. Deshalb brauchen wir dringend einen Space Act mit umfassenden, EU-weiten Systemen zur Objektverfolgung sowie robusten Umwelt- und Sicherheitsstandards.“
Hintergrund
Ein großes Stück einer chinesischen Raketenstufe mit einer Masse von rund 11 Tonnen fällt unkontrolliert zur Erde zurück. Die europäischen Weltraumüberwachungs- und -verfolgungszentren, koordiniert durch EU Space Surveillance and Tracking (EU SST), beobachten den Wiedereintritt des Objekts mit der Bezeichnung ZQ-2 R/B. Der genaue Ort des Wiedereintritts ist bislang unklar, Expertinnen und Experten arbeiten jedoch daran, Zeit und Ort weiter einzugrenzen. Zwar wird der Großteil des Weltraumschrotts beim Wiedereintritt verglühen, bei dieser Größe können jedoch auch größere Trümmerteile die Erdoberfläche erreichen.
Mehr Informationen: https://www.eusst.eu/newsroom/news/eu-sst-closely-monitors-upcoming-re-entry-space-object-zq-3-rb
Mit dem EU Space Act, der ab März 2026 im zuständigen Industrieausschuss des Europäischen Parlaments verhandelt wird, will die Europäische Union den bestehenden Flickenteppich nationaler Weltraumgesetze ablösen. Hintergrund sind das rasante Wachstum von Satellitenkonstellationen, zunehmender Weltraumschrott und bislang kaum regulierte Umweltbelastungen im Orbit. Der Zeitplan für das Gesetz sieht den Beginn der Verhandlungen Ende März 2026, eine Ausschussabstimmung im November sowie eine mögliche Plenarabstimmung im Jahr 2027 vor. Aus einzelnen Mitgliedstaaten, darunter Deutschland und Italien, wird wiederholt Widerstand signalisiert.