12. März 2026
Lagodinsky treibt EU-Verbot von Deepfakes voran - Klare Regel gegen Missbrauch generativer KI nötig
Der Fraktionsvize der Grünen/EFA im Europäischen Parlament und Berichterstatter im Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments zum KI-Omnibus Sergey Lagodinsky fordert nach dem sogenannten GROK-Skandal strengere Regeln gegen den Missbrauch generativer KI. Anlass ist eine Initiative von Lagodinsky im Europäischen Parlament, die ein Verbot von KI-Systemen vorsieht, mit denen Menschen ohne ihre Zustimmung entkleidet oder sexualisiert dargestellt werden können. Beim finalen Shadows-Meeting der Abgeordneten aus den Ausschüssen für Binnenmarkt (IMCO) und Bürgerrechte (LIBE) zum sogenannten KI-Omnibus am Mittwochabend wurde eine Einigung über ein Verbot von KI-Systemen erzielt, die Menschen ohne ihre Einwilligung sexualisierte Darstellungen erzeugen können.
„Es geht nicht nur um einzelne Skandale wie GROK. Es geht darum, wie viel Macht wir bereit sind, KI zu geben, um Menschen zu erniedrigen. Empörung allein löst keine Probleme – solange sie nicht zum Anlass für konkrete Gesetzgebung genommen wird.
Deshalb habe ich ein europäisches Verbot solcher Systeme vorgeschlagen und aktiv vorangetrieben. Was für manche vielleicht ein paar Sekunden Unterhaltung ist, kann für Betroffene dauerhaften Schaden bedeuten. Höchste Zeit, dass wir hier klare Regeln setzen.“
„Wir haben erreicht, dass diese Idee auch von wichtigen Mitgliedsstaaten wie von anderen Ausschüssen im Parlament unterstützt Der Schutz der Würde und der Privatsphäre von Menschen muss auch im Zeitalter generativer KI gelten. Technologien dürfen entwickelt werden – aber ihr missbräuchlicher Einsatz gegen reale Personen ohne Einwilligung darf keinen Platz in Europa haben.“
Hintergrund
Ende 2025 geriet das KI-System GROK auf der Plattform X massiv in die Kritik. Das System ermöglichte es Nutzern, realistische sexualisierte Bilder realer Personen zu erzeugen – häufig ohne deren Zustimmung. Schätzungen zivilgesellschaftlicher Organisationen zufolge entstanden innerhalb weniger Tage Millionen solcher Bilder, darunter auch Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs.
Der Skandal löste europaweit eine politische Debatte über den Missbrauch generativer KI aus. Im Europäischen Parlament wird deshalb im Rahmen der Verhandlungen zum sogenannten KI-Omnibus ein neuer Verbots-Tatbestand diskutiert. Dieser soll KI-Systeme untersagen, die realistische Bilder oder Videos erzeugen oder manipulieren, um intime Körperteile oder sexuelle Handlungen identifizierbarer Personen ohne deren Zustimmung darzustellen.
Am 18. März 2026 soll dieser Kompromiss nun offiziell von den Mitgliedern der beiden Ausschüsse abgestimmt werden. Anschließend beginnen die Trilog-Verhandlungen zwischen Europäischem Parlament, Rat und Kommission. Sollte dort eine Einigung erzielt werden, könnte das Verbot bereits im Laufe des Jahres 2026 Teil des europäischen KI-Rechts werden.