05. März 2026
Grenzüberschreitende Bahn stärken: Auch Ostbahn Berlin–Kostrzyn in deutsch-polnischen Masterplan aufnehmen
Der Brandenburger Europaabgeordnete Sergey Lagodinsky fordert, beim Ausbau der grenzüberschreitenden Bahnverbindungen zwischen Deutschland und Polen nicht nur große Magistralen wie Berlin–Warschau oder Berlin–Stettin in den Blick zu nehmen, sondern auch die Ostbahn (RB26) von Berlin nach Kostrzyn. Auch im aktuellen Koalitionsvertrag ist ein Bekenntnis für den zweigleisigen Ausbau der Ostbahn ausdrücklich erwähnt.
„Für die Menschen in Brandenburg ist Europa nicht nur Fernverkehr auf Hochgeschwindigkeitsstrecken. Europa beginnt im Alltag der Pendlerinnen und Pendler – etwa auf der Ostbahn zwischen Berlin, Märkisch-Oderland und Polen. Diese Verbindung muss endlich Teil eines verbindlichen deutsch-polnischen Bahn-Masterplans werden“, so Lagodinsky.
Hintergrund ist die anhaltende Kritik, dass ein abgestimmter Ausbauplan für grenzüberschreitende Bahnprojekte zwischen Deutschland und Polen weiterhin fehlt. Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke hatte kürzlich einen solchen Masterplan mit klaren Projekten, Zeitplänen und Finanzierung gefordert und angekündigt, den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen.
„Der Bund darf sich nicht auf einzelne Leuchtturmprojekte konzentrieren. Gerade regionale Achsen wie die Ostbahn sind entscheidend für wirtschaftliche Verflechtung, klimafreundliche Mobilität und europäische Integration im Grenzraum.“
Der Europaabgeordnete fordert die Bundesregierung auf, die Ostbahn Berlin–Kostrzyn in den deutsch-polnischen Bahn-Masterplan aufzunehmen, den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung auf deutscher Seite zu beschleunigen und EU-Mittel für grenzüberschreitende Regionalverbindungen konsequent zu nutzen.
Die jüngste deutsch-polnische Schienenvereinbarung sieht zudem eine enge Abstimmung der Aktivitäten innerhalb der Europäischen Union bezüglich Investitionen in die Infrastruktur des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-T) vor, einschließlich solcher mit doppeltem (zivilen und militärischen) Nutzen. Dies soll insbesondere durch die umfassende Nutzung der verfügbaren EU-Finanzierungsinstrumente erreicht werden, vor allem der „Connecting Europe Facility“ (CEF) im zukünftigen EU-Haushalt 2028–2034. Lagodinsky fordert, dass auch die Ostbahn ausdrücklich in diese europäischen Ausbau- und Förderprioritäten einbezogen wird.
„Ein starkes Europa zeigt sich auch auf Nebenstrecken. Wer die Verkehrswende ernst meint, muss die Ostbahn modernisieren – für Pendler, Wirtschaft und ein zusammenwachsendes Europa im Oderraum“, so Lagodinsky.
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Mehr Infos
BMV: Polen und Deutschland stärken die Zusammenarbeit im Schienenverkehr
https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2026/012-schnieder-polen-und-deutschland-staerken-zusammenarbeit-im-schienenverkehr.html?nn=76092
Andrea Lübcke (MdB): Grenzüberschreitende Bahn: Masterplan zwischen Deutschland und Polen fehlt weiter
https://andrea-luebcke.de/presse/grenzuberschreitende-bahn-masterplan-zwischen-deutschland-und-polen-fehlt-weiter/