26. März 2026
KI-Gesetz: EU-Parlament will “Entkleidungs-Apps” verbieten
Das Europäische Parlament wird heute in Brüssel voraussichtlich seine Position zum überarbeiteten KI-Gesetz, dem sogenannten Omnibus zur Künstlichen Intelligenz, verabschieden. Dank einer Grünen/EFA-Initiative wird der Text für die Trilogverhandlungen ein Verbot der Nutzung von generativen KI-Apps zu Entkleidungszwecken enthalten. Diese Systeme ermöglichen, allein anhand eines Fotos audiovisuelle sexuelle Inhalte einer Person zu erstellen. Der Europaabgeordnete Sergey Lagodinsky, Berichterstatter für die Stellungnahme des Rechtsausschusses (JURI) und stellvertretender Grünen/EFA-Fraktionsvorsitzender, kommentiert:
„Das vorgeschlagene Verbot ist ein wichtiger, aber überfälliger Schritt zum Schutz von Frauen und Kindern. Unzählige Frauen werden täglich von menschenverachtenden KI-Systemen digital ausgezogen und sogar damit erpresst. Das führt uns der schockierende Fall von Collien Fernandes eindrücklich vor Augen.
Während die Bundesregierung noch nicht mal die letzte EU-Richtlinie zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen umgesetzt hat, greift das EU-Parlament nun durch. Unternehmen, die generative KI-Systeme entwickeln, sollen nun Vorkehrungen treffen, um ihren Missbrauch zu verhindern.“
Die Europaabgeordnete Alexandra Geese, Ko-Koordinatorin der Grünen/EFA-Arbeitsgruppe für Digitales, kommentiert:
„Der Fall Collien Fernandes zeigt uns auf tragische Weise, wie konkret und bedrohlich digitale sexualisierte Gewalt ist. Wenn Frauen jederzeit damit rechnen müssen, mithilfe von KI entwürdigt, diffamiert oder erpresst zu werden, sind nicht nur unsere Persönlichkeitsrechte, sondern unsere Demokratie in Gefahr. Das geplante Verbot sogenannter Entkleidungs-Apps ist ein notwendiger und längst überfälliger Schritt. Technologieunternehmen dürfen kein Geld mit digitaler Gewalt an Frauen und Kindern verdienen.“